Montag, 22. Juli 2019 03:29

Der DVB-T Receiver

...oder alles thermischer Pfusch....

Letztens rief mich meine Oma an und berichtete, daß ihr DVB-T Receiver nicht mehr wolle. Immer nach kurzer Zeit traten Bildstörungen auf, die immer schlimmer wurden und ein Fernsehen unmöglich machten...

Leider konnte ich ihr am Telefon nicht weiter helfen, so daß ich mir das Ganze bei meinem nächsten Besuch mal angeschaut habe. In den ersten fünf Minuten ging es.... dann traten vermehrt die typischen MPEG-Fehler auf, die sich nach ca. 10 Minuten soweit gesteigert hatten, daß man von Fernsehen gar nicht mehr reden konnte. Kurzerhand haben wir den Receiver erst einmal ausgetauscht und alles lief wieder.

Zuhause wollte ich dem Fehler aber mal auf den Grund gehen.....

Auf dem Gehäuse steht ganz groß der Hersteller Comag.

Mehr aber auch nicht. Noch nicht einmal ein Typenschild. Geschweige denn, eine Typenbezeichnung.

Ein Blick ins Internet machte dann meine Verwirrung komplett: Der Hersteller baut laut eigener Auskunft gar keine DVB-T Receiver.... Ja nee, is klaa....

Also mußte sich auch das Teil erst einmal nackig machen:

 

Nicht viel drin.... Freundlicherweise waren aber die Versorgungsspannungen auf der Platine aufgedruckt. Diese schienen aber i.O. zu sein.

Also muß die Platine mal ganz raus.

Aber moment mal, was ist das?

Derjenige, der den Kühlkörper im Werk aufgelötet hat, hatte wohl nicht genügend Zielwasser getrunken. *grins* Jedenfalls erklärt das einiges.
Leider ist der Kühlkörper direkt in zwei grosse Masseflächen gelötet und nimmt Wärme so gut auf, daß ich das nicht so "gerade" löten konnte, ohne mit nem 100W Kolben die Platine zu verbrutzeln... *kotz*
Warum gestalten sich einfache Dinge eigentlich immer so kompliziert?

Naja, hilft wohl nix anderes als ihn komplett aus der Platine zu operieren und mir Gedanken um eine alternative Befestigungsmöglichkeit zu machen.

War wohl auch besser so, denn dieser kleine Klacks Wärmeleitpaste ist mal wieder ein Beweis dafür, daß man durch Sparen an Wärmeleitpaste die Produktionskosten erheblich senken kann. ;-)

Flach liegend auf dem Tisch kippelte der Kühlkörper in sich übrigens so dermaßen, daß einfaches Nachlöten eh nicht geholfen hätte.... Also muß ein anderer her...

Keine Ahnung wo ich den ausgebaut hatte... vom Design her würd ich sagen, daß ich den wohl mal von einer alten Grafikkarte runter gehebelt hatte.

Nur: wie bekommt man den jetzt fest?

Na ganz klar! Auf die übliche Methode ;-)

In die Mitte kommt Wärmeleitpaste und in zwei Ecken je ein Tropfen Sekundenkleber.... Und dann nur noch den neuen Kühlkörper draufdrücken.

Sitzt perfekt :-)

Allerdings jetzt auch für immer.... so schnell bekommt man den jedenfalls nicht mehr ab.

Wenn man die Platine eh schon einmal draussen hat, kann man sich wärend der Trockenzeit des Klebers auch noch ein wenig umgucken....

 

Interessant: I2C für Erweiterungen ist vorhanden und vorbildlich beschriftet...

Die beiden weiteren Anschlüsse sind allerdings dafür gar nicht beschriftet... mal sehen, wenn mehr Zeit ist, schaue ich mir an, was man mit dem guten Teil noch so anstellen kann ;-)

Jetzt kommt die Platine jedenfalls wieder ins Gehäuse und selbiges wieder den Deckel drauf.

Selbst nach etlichen Stunden Testlauf funktioniert der Receiver jetzt wenigstens wieder einwandfrei :-)

- Projekt abgeschlossen -

 

Publiziert am: Donnerstag, 28. Februar 2008 (1631 mal gelesen)
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